Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Der Konfliktdiskurs über die GULAG-Gedenkstätte Perm-36 – Gedächtnispolitik und Erinnerungskultur im zeitgenössischen Russland

Das Museum „Perm-36“ in Kutschino bei Perm ist in Russland die einzige GULag-Gedenkstätte am historischen Ort. Im Zuge seiner Überführung in eine neue Rechtsform als staatlich-zivilgesellschaftliches Kooperationsprojekt entstanden im Frühjahr 2014 Konflikte, die zu seiner vorübergehenden Schließung und den faktischen Ausschluss der zivilgesellschaftlichen Seite durch die Gebietsregierung des Landes führten. Die im Sommer 2014 veröffentlichten Pläne des örtlichen Kulturministeriums, ins Zentrum der zukünftigen Ausstellung statt des Gedenkens der Opfer politischer Repressionen in der Sowjetunion die Entwicklung des russischen Strafvollzugswesens seit Ivan IV. zu rücken, trafen in der Permer, aber auch in der nationalen Öffentlichkeit sowohl auf erbitterten Widerstand als auch auf engagierte Unterstützung. Die extreme Polarisierung des Konflikts wurde zudem durch die Berichterstattung der regionalen wie russlandweiten Massenmedien stark befördert.
Im Rahmen des Forschungsprojektes soll anhand des Konfliktes um das Museum „Perm-36“ exemplarisch untersucht werden, wie und durch wen im zeitgenössischen Russland Angebote zur Aneignung der Sowjetgeschichte öffentlich verhandelt werden und welche Topoi dabei den kontrovers geführten Diskurs dominieren.

  

Betreuerin des Projekts:

Prof. Dr. Silke Satjukow, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Letzte Änderung: 07.12.2016 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
Anke Giesen 2015

Anke Giesen

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